Roberto die Frosti: Vom Restaurant zur Tiefkühlpizza

Slice Talk Podcast mit Gabriel von pizza1.de zum Thema Pizza backen und Teig herstellen
Slice Talk · Der Pizza Podcast

Wer ist Roberto die Frosti?

Roberto die Frosti ist die Tiefkühlpizza-Marke von Robert Germer aus Erftstadt bei Köln. Entstanden ist sie während der Corona-Zeit aus einem italienischen Restaurant in Köln. Heute produziert das Unternehmen Tiefkühlpizzen und Pizzaböden für den Lebensmitteleinzelhandel und Foodservice. Dabei setzt Robert vor allem auf gute Rohstoffe, eine stetig weiterentwickelte Rezeptur und Schockfrosten als Konservierungsmethode.

Neue Runde Talk-Modus bei Slice Talk und dieses Mal geht es nicht um Teigführung oder Ofentemperatur. Es geht um eine Geschichte mit Rückschlägen, einem Amt, das zwei Jahre für eine Baugenehmigung gebraucht hat und einem Restaurant, das kurz vor dem ersten Corona-Lockdown endlich fertig war. Genau das ist Robert Germer passiert, heute besser bekannt als Roberto die Frosti.

Ich bin Gabriel, Gründer von pizza1.de und war für diese Folge direkt vor Ort in Erftstadt in der Produktion von Roberto die Frosti. Wir sprechen über den Weg vom Restaurant zur eigenen Lebensmittelproduktion, die ersten Pizzen aus dem Pastaschockfroster, die IFS-Zertifizierung, den Qualitätsanspruch hinter der Marke und darüber, warum Tiefkühlpizza aus Roberts Sicht viel besser sein kann als ihr Ruf.

Slice Talk: Gabriel im Gespräch mit Robert Germer alias Roberto die Frosti in Erftstadt bei Köln.


Die Vorgeschichte

Vom Pasta-Restaurant zur Tiefkühlpizza, ganz ohne Plan

Robert Germer, Roberto die Frosti

Robert kommt ursprünglich gar nicht aus der Lebensmittelbranche. 15 Jahre lang betrieb er gemeinsam mit einem Geschäftspartner eine Kommunikationsagentur. Essen spielte trotzdem immer eine große Rolle. Bei internationalen Drehs wurde oft zuerst geschaut, wo man gut essen konnte und irgendwann hörten beide immer wieder denselben Satz: Ihr müsst irgendwann euer eigenes Restaurant aufmachen.

2017 wurde aus der Idee ein konkretes Projekt. In der Kölner Südstadt unterschrieben sie für eine Gastronomie mit italienischer Küche. Eigentlich sollte es ein reiner Pasta-Laden werden. Dann kam Pizza dazu, obwohl im Team zu diesem Zeitpunkt noch niemand wirklich Ahnung davon hatte.

Die Baugenehmigung entwickelte sich zur Geduldsprobe. Zwei Jahre dauerte der Prozess bei der Stadt Köln. Als das Restaurant schließlich fertig war, kam kurz darauf Corona und damit der erste Lockdown.

Die Pizza aus dem Pastaschockfroster

Richtig geöffnet hatte das Restaurant erst wenige Wochen vor dem zweiten Lockdown. Also musste erneut eine Lösung her. Robert hatte gesehen, dass eine Pizzeria ihre Restaurant-Pizzen im Supermarkt verkauft und fragte sich, ob das nicht auch mit der eigenen Pizza funktionieren könnte.

Getestet wurde mit dem, was ohnehin vorhanden war: einem Pastaschockfroster, der eigentlich für die selbstgemachte Pasta angeschafft worden war. Die Pizza wurde eingefroren und anschließend im Konvektomaten regeneriert.

„Ich habe die im Pastaschockfroster gefrostet und im Konvektomaten regeneriert und ich dachte nur: Wait a minute.“

Das Überraschende war nicht, dass die Pizza nach dem Einfrieren noch essbar war. Robert und sein Team konnten zunächst kaum einen Unterschied zur vorherigen Pizza feststellen. Genau dieser Moment legte den Grundstein für Roberto die Frosti.

Anfangs wurde noch nachts nach Restaurant-Schluss produziert. Zwischen etwa 22:30 Uhr und zwei oder drei Uhr morgens entstanden teilweise 50 oder 100 Pizzen. Robert lieferte einige davon sogar selbst aus. Die erste Lieferung in den Lebensmitteleinzelhandel erfolgte am 16. Februar 2021.


Der Weg zur echten Produktion

Vom Restaurant zur zertifizierten Lebensmittelproduktion

Gabriel Host vom Slice-Talk-Podcast

Nach wenigen Monaten war klar, dass sich die steigenden Mengen nicht dauerhaft nachts in einer Restaurantküche produzieren ließen. Über den ehemaligen Vermieter der Agentur fand Robert eine passende Fläche. Im Dezember wurde unterschrieben und bereits zu Ostern 2021 stand die erste eigene Produktion.

Mit einer professionellen Lebensmittelproduktion kamen allerdings Anforderungen dazu, mit denen Robert vorher kaum Berührungspunkte hatte. Eine davon war die IFS-Zertifizierung.

Der internationale Food-Standard stellt unter anderem sicher, dass Produkte und Zutaten entlang der Lieferkette zurückverfolgt werden können. Im Ernstfall muss nachvollziehbar sein, welche Zutaten verwendet wurden, wohin ein Produkt geliefert wurde und welches geschulte Personal daran gearbeitet hat.

Für Roberto die Frosti dauerte der Zertifizierungsprozess nach Roberts Aussage rund neun Monate und kostete etwa 15.000 Euro. Dazu kommen Hygieneschulungen, Dokumentation und regelmäßige erneute Prüfungen.

Warum die Rückverfolgbarkeit so wichtig ist

Wenn es mit einem Lebensmittel ein Problem gibt, muss ein Hersteller nachvollziehen können, aus welchen Rohstoffen genau dieses Produkt entstanden ist, wann es hergestellt wurde, wer daran gearbeitet hat und wohin die Ware anschließend geliefert wurde.


Die Pizza heute

Mit der ersten Frosti-Pizza hat das heutige Produkt nur noch wenig zu tun

Die Pizza, die damals erstmals im Pastaschockfroster landete, war der Ausgangspunkt. Seitdem wurde sie aber immer weiter verändert. Robert sagt selbst, dass das damalige Produkt geschmacklich kaum noch mit der heutigen Pizza vergleichbar ist.

Die ursprüngliche Rezeptur bestand unter anderem aus mehreren unterschiedlichen Mehlen und einer deutlich niedrigeren Hydration. Heute ist die Rezeptur komplett verändert. Die Hydration stieg laut Robert von ungefähr 61 auf rund 70 Prozent und auch die Optik mit stärkerem Leoparding entwickelte sich weiter.

Kein fertiges Produkt

Für Robert ist die Pizza bis heute ein Produkt, das weiter verbessert wird. Rezeptur und Produktionsabläufe werden laufend angepasst, solange das Ergebnis dadurch besser oder zumindest genauso gut bleibt.

Auch in der aktuellen Produktion steckt noch erstaunlich viel Handarbeit. Langfristig möchte Robert möglichst viele Produktionsschritte automatisieren. Dabei geht es vor allem um Wirtschaftlichkeit und den Mangel an Mitarbeitern für monotone Produktionsaufgaben.

Diese Automatisierung hat für ihn aber eine klare Grenze: Wird die Pizza dadurch schlechter, wird ein Produktionsschritt nicht umgestellt.

„Unsere einzige Daseinsberechtigung ist die Quality und der Geschmack.“

Das Produkt

Warum Tiefkühlpizza an sich kein Qualitätsproblem ist

Roberto die Frosti und Gabriel

Tiefkühlpizza hat noch immer ein Imageproblem. Robert führt das unter anderem darauf zurück, dass Tiefkühlprodukte lange mit günstigen Zutaten, Zusatzstoffen und industrieller Massenware verbunden wurden. Für ihn liegt das eigentliche Problem aber nicht im Einfrieren.

Entscheidend ist, was eingefroren wird. Wird eine Pizza aus guten Rohstoffen hergestellt und anschließend sauber schockgefrostet, sieht Robert darin keine relevante Qualitätseinbuße. Bei Roberto die Frosti wird deshalb nach seinem Verständnis eine Pizza in Restaurantqualität hergestellt und das Schockfrosten lediglich als zusätzlicher Produktionsschritt dazwischengeschaltet.

Gute Pizza beginnt vor dem Froster

Rohstoffe, Rezeptur, Teigführung und Verarbeitung bestimmen die Qualität. Das Schockfrosten konserviert anschließend das bereits hergestellte Produkt. Genau deshalb ist für Robert nicht „Tiefkühlpizza“ das Problem, sondern die Qualität der Pizza, die eingefroren wird.

Ein Punkt spielt dabei eine besonders große Rolle: die Teigführung. Sie beeinflusst Geschmack und Konsistenz und ist damit für Robert wesentlich wichtiger als die Suche nach dem einen perfekten Rezept.

Genau aus dieser Haltung entstand auch der selbstbewusste Claim der Marke: „Alles andere ist TK-Pizza.“ Roberto die Frosti möchte nicht einfach eine weitere Tiefkühlpizza im Regal sein, sondern geschmacklich näher an eine frisch gebackene Pizza herankommen.

Qualität vor maximaler Effizienz

Robert spricht im Podcast sehr offen darüber, dass eine industrielle Produktion wirtschaftlich funktionieren muss. Trotzdem soll keine Optimierung umgesetzt werden, wenn sie das Produkt verschlechtert. Für ihn steht deshalb nicht möglichst viel Handarbeit im Mittelpunkt. Entscheidend ist, ob das Ergebnis stimmt.

Das macht den Ansatz interessant: Die Produktion soll moderner und automatisierter werden, ohne dass aus der Pizza am Ende nur ein weiteres beliebiges Industrieprodukt wird.


What you see is what you get

Warum Roberto die Frosti keinen klassischen Pizzakarton braucht

Auch die transparente Verpackung war ursprünglich keine ausgearbeitete Marketingidee. Im Restaurant war bereits ein Kammervakuumierer vorhanden. Also wurden passende Beutel genommen, die Pizza hineingelegt, vakuumiert und mit einem Aufkleber versehen.

Bei den ersten Verkostungen fiel dann etwas auf: Viele Menschen reagierten positiv darauf, dass sie die Pizza direkt sehen konnten. Statt einer perfekt fotografierten Pizza auf einem Karton sieht der Kunde genau das Produkt, das später im eigenen Ofen landet.

What you see is what you get.

Die Verpackung wurde deshalb beibehalten. Gleichzeitig war sie gerade in der Anfangsphase deutlich einfacher und günstiger umzusetzen als ein klassischer bedruckter Pizzakarton mit zusätzlicher Folienverpackung.


Alles auf eine Karte

Ende 2023 fiel die Entscheidung: Restaurant zu, Produktion all in

Eine Zeit lang liefen Restaurant und Tiefkühlpizza-Produktion parallel. Doch irgendwann wurde genau das zum Problem. Das Restaurant bedeutete Personalprobleme, hohe Belastung und praktisch ständige Erreichbarkeit. Gleichzeitig benötigte die Produktion immer mehr Aufmerksamkeit.

Robert und sein Team mussten sich entscheiden, wo sie ihre Zeit und ihr Kapital investieren wollten. Ende 2023 wurde das Restaurant schließlich geschlossen und die volle Konzentration ging auf Roberto die Frosti.

„Wir nehmen unsere Zeit und unsere Kohle, die wir noch haben und da stecken wir jetzt alles in die Produktion. All in.“

Emotional war die Entscheidung trotzdem schwierig. Schließlich war das Restaurant der Ort, an dem Roberto die Frosti überhaupt entstanden war. Rückblickend bezeichnet Robert den Schritt im Gespräch aber als die beste Entscheidung.


Vom Supermarkt in die Gastronomie

Warum Foodservice für Roberto die Frosti immer wichtiger wurde

Heute spielt nicht mehr nur der Lebensmitteleinzelhandel eine Rolle. Der Foodservice ist laut Robert inzwischen sogar der größere Bereich des Geschäfts.

Interessant ist die Pizza vor allem für Betriebe, die Pizza anbieten möchten, aber keine klassische Pizzeria sind. Dazu gehören zum Beispiel Schwimmbäder, Bowling-Center, Tankstellen oder andere Freizeit- und Systemgastronomien.

Aber auch klassische Gastronomen können mit den Pizzaböden Arbeitsschritte einsparen. Teig herstellen, führen, lagern und anschließend jeden einzelnen Teigling öffnen entfällt. Die Base kann nach dem Auftauen belegt und anschließend fertig gebacken werden.

Der Vorteil für Gastronomen

Weniger Teigvorbereitung, weniger Lageraufwand und ein reproduzierbares Ergebnis. Gerade bei Personalmangel kann eine hochwertige vorbereitete Base deshalb interessant sein, ohne dass Pizza komplett von der Karte verschwinden muss.


Eine Begegnung mit Folgen

Wie Tim Raue zum Ambassador von Roberto die Frosti wurde

Eine der ungewöhnlichsten Geschichten im Podcast beginnt auf der Intergastra. Roberto die Frosti erhielt immer mehr Anfragen aus der Gastronomie, hatte zu diesem Zeitpunkt aber noch keine passende Struktur, um kleinere Gastronomiebetriebe flächendeckend zu beliefern. Robert wollte deshalb unbedingt eine Listung bei einem Großhändler erreichen.

Auf der Messe war auch Metro vertreten. Robert nahm einige Pizzen mit, schnappte sich seinen Content Producer und ging zum Metro-Stand. Während er dort die Pizza vorstellte, lief zufällig Tim Raue vorbei.

„Ich habe gesagt: Hier, Tiefkühlpizza, musst du probieren. Er so: So einen Scheiß esse ich nicht. Doch, die schon und danach entschuldigst du dich bei mir.“

Raue ließ sich darauf ein und probierte. Die Überraschung war offenbar groß genug, dass er am nächsten Tag selbst am Stand von Roberto die Frosti auftauchte und Pizza verteilte.

Kurz darauf stand eine Gruppe von Metro-Mitarbeitern am Messestand. Am nächsten Morgen meldete sich bereits der nationale Einkauf bei Robert und fragte, ob er eine regionale oder gleich eine nationale Listung wolle. Daraus entstand die nationale Metro-Listung. Nach Roberts Aussage bezeichnete Metro den Vorgang später sogar als die schnellste Listung in der Geschichte des Unternehmens.

Und dann kam die Internorga

Die Geschichte war damit noch nicht vorbei. Tim Raue lud Robert dazu ein, wenige Wochen später auf der Internorga gemeinsam am Metro-Stand Pizza zu backen. Roberto die Frosti organisierte kurzfristig einen eigenen Messestand direkt neben Metro und nutzte die Gelegenheit, die Marke weiter im Foodservice bekannt zu machen.

Aus der spontanen Begegnung entwickelte sich schließlich eine längerfristige Zusammenarbeit. Heute ist Tim Raue Ambassador von Roberto die Frosti. Laut Robert produziert das Unternehmen zudem Tiefkühlpizza für ein neues Business von Raue.


Was besonders gut läuft

Margherita, Salami und eine Base zum Selbstbelegen

Bei den fertigen Pizzen bleiben die Klassiker vorne. Margherita und Salami gehören laut Robert zu den stärksten Sorten, auch Thunfisch spielt eine wichtige Rolle.

Spannend ist außerdem die Pizza-Base zum Selbstbelegen. Sie ist günstiger als die fertig belegten Varianten und gibt Kunden die Möglichkeit, ihre Pizza selbst zusammenzustellen. Gerade für Familien kann das praktisch sein, weil jeder die Base anders belegen kann.

Roberts persönlicher Favorit ist dagegen die Spicy Diabola mit Hot Honey.

2021 Start der eigenen Produktion
9 Monate für die IFS-Zertifizierung
Foodservice heute wichtiger Geschäftsbereich

Was von der Geschichte hängen bleibt

Aus einer Notlösung wurde ein eigenes Unternehmen

Die Geschichte von Roberto die Frosti ist weniger geradlinig, als man beim Blick auf das heutige Produkt vermuten würde. Eigentlich sollte ein Restaurant entstehen. Dann kam Corona. Aus einer Pizza im Pastaschockfroster wurde ein Produkt für den Supermarkt und aus der nächtlichen Nebenproduktion schließlich ein eigenes Unternehmen.

Spannend ist dabei vor allem, wie stark sich das Produkt seit den ersten Versuchen verändert hat. Die heutige Pizza basiert nicht einfach auf der damaligen Restaurant-Rezeptur. Teig, Hydration, Herstellung und Produktionsabläufe wurden immer wieder angepasst.

Und genau darin steckt wahrscheinlich der wichtigste Gedanke aus dem Gespräch: Tiefkühlen sagt zunächst wenig über die Qualität eines Lebensmittels aus. Entscheidend ist, welches Produkt vorher hergestellt wurde. Bei Roberto die Frosti soll deshalb zuerst eine gute Pizza entstehen. Das Schockfrosten kommt erst danach.


Häufige Fragen

Alles zu Roberto die Frosti

Hinter Roberto die Frosti steht Robert Germer. Er betrieb zuvor rund 15 Jahre eine Kommunikationsagentur und gründete anschließend mit Partnern ein italienisches Restaurant in Köln. Während der Corona-Zeit entstand daraus die Idee für eine eigene Tiefkühlpizza-Produktion.
Während der Corona-Lockdowns begann das Team, die Restaurantpizza im vorhandenen Pastaschockfroster einzufrieren. Nachdem sich zeigte, dass das Produkt auch nach dem Schockfrosten gut funktionierte, wurden erste Pizzen über den Lebensmitteleinzelhandel verkauft. Daraus entstand später eine eigene Produktion.
Für Robert hängt die Qualität vor allem von Rohstoffen, Rezeptur, Teigführung und Verarbeitung ab. Wird eine gute Pizza anschließend richtig schockgefrostet, sieht er darin keine relevante Qualitätseinbuße. Entscheidend ist deshalb vor allem, welches Produkt eingefroren wird.
Ja. Die heutige Rezeptur unterscheidet sich deutlich von den ersten Restaurant-Pizzen. Unter anderem wurden Mehle und Rezeptur verändert und die Hydration laut Robert von ungefähr 61 auf rund 70 Prozent erhöht.
IFS ist ein internationaler Standard für Lebensmittelunternehmen. Dabei geht es unter anderem um dokumentierte Prozesse, Hygiene und die Rückverfolgbarkeit von Produkten und Rohstoffen. Roberto die Frosti benötigte nach eigenen Angaben rund neun Monate für die Zertifizierung.
Die transparente Verpackung entstand ursprünglich aus den vorhandenen Möglichkeiten im Restaurant. Später stellte sich heraus, dass Kunden positiv darauf reagierten, die echte Pizza direkt sehen zu können. Deshalb wurde das Prinzip beibehalten.
Robert traf Tim Raue auf der Intergastra am Metro-Stand und überzeugte ihn spontan davon, die Tiefkühlpizza zu probieren. Raue kam am nächsten Tag zum Stand und verteilte selbst Pizza. Später wurde er Ambassador der Marke.
Margherita und Salami gehören laut Robert zu den Bestsellern. Daneben ist die Pizza-Base zum Selbstbelegen ein beliebtes Einstiegsprodukt. Roberts persönlicher Favorit ist die Spicy Diabola mit Hot Honey.

Dieses Gespräch von Slice Talk kannst du dir auch als Audio-Podcast anhören. Gabriel spricht mit Robert Germer über Rückschläge, Produktqualität, Tiefkühlpizza, den Aufbau der eigenen Produktion und den Mut, irgendwann alles auf eine Karte zu setzen.

Slice Talk kannst du jederzeit auf diesen Plattformen hören

Slice Talk · Der Pizza Podcast

Wer ist Roberto die Frosti?

Roberto die Frosti ist die Marke von Robert Germer, der in Erftstadt bei Köln Tiefkühlpizzen und Pizzaböden produziert, gelistet unter anderem bei Metro und im Lebensmitteleinzelhandel. Die Marke ist zu Beginn 2020 als Nebenprodukt eines Kölner Restaurants entstanden, das wegen der Corona-Lockdowns kaum öffnen konnte. Die Pizzen tragen die IFS-Zertifizierung, werden ohne Faltkarton in transparenter Vakuumverpackung verkauft und richten sich sowohl an den Einzelhandel als auch an Gastronomie und Foodservice.

Neue Runde Talk-Modus bei Slice Talk und dieses Mal geht es nicht um Teigführung oder Ofentemperatur. Es geht um eine Geschichte mit Rückschlägen, einem Amt, das zwei Jahre für eine Baugenehmigung gebraucht hat und einem Restaurant, das zwei Wochen nach der Eröffnung in den ersten Lockdown lief. Genau das ist Robert Germer passiert, heute besser bekannt als Roberto die Frosti.

Ich bin Gabriel, Gründer von pizza1.de und war dafür direkt vor Ort in Erftstadt, in der Produktion von Roberto die Frosti. Im Video bekommst du das komplette Gespräch, von der gescheiterten Restaurant-Eröffnung über die IFS-Zertifizierung bis zur Frage, warum Tiefkühlpizza einen viel schlechteren Ruf hat, als sie verdient, wenn sie gut gemacht ist.

Slice Talk: Gabriel im Gespräch mit Robert Germer, alias Roberto die Frosti, in Erftstadt bei Köln.

Die Vorgeschichte

Vom Pasta-Restaurant zur Tiefkühlpizza, ganz ohne Plan

Robert Germer, Roberto die Frosti (Platzhalterbild, wird ausgetauscht)

Robert kommt eigentlich gar nicht aus der Lebensmittelbranche. 15 Jahre lang hat er eine Kommunikationsagentur betrieben, gemeinsam mit einem Geschäftspartner, der genauso ein Foodie war wie er selbst. Internationale Drehs, immer auf der Suche nach dem besten Restaurant vor Ort, irgendwann kam der Satz, den beide immer wieder zu hören bekamen: Jungs, irgendwann müsst ihr ein eigenes Restaurant aufmachen.

2017 haben sie unterschrieben, für eine Gastronomie in der Kölner Südstadt, italienische Küche. Ursprünglich sollte es nur um Pasta gehen, dann kam Pizza dazu, obwohl zu diesem Zeitpunkt niemand im Team wirklich Ahnung davon hatte. Die Baugenehmigung der Stadt Köln hat am Ende zwei Jahre gedauert, das Amt musste zwischenzeitlich sogar schließen, um den eigenen Rückstand aufzuarbeiten. Übergabe war schließlich 14 Tage vor dem ersten Lockdown.

Die Nacht, in der die erste Restaurant-Pizza im Pastaschockfroster landete

Richtig geöffnet hat das Restaurant erst vier Wochen vor dem zweiten Lockdown. Verkaufen durfte man da schon nichts mehr im Laden selbst, also musste eine Lösung her. Robert hatte irgendwo gesehen, dass eine Pizzeria in Hannover ihre Restaurant-Pizza in der Kühlung eines Supermarkts anbot, und diese Idee ließ ihn nicht mehr los. Getestet wurde mit dem, was ohnehin vorhanden war: der Pastaschockfroster, eigentlich für die selbstgemachte Pasta gedacht.

"Ich habe die im Pastaschockfroster gefrostet und im Konvektomaten regeneriert, und ich dachte nur: wait a minute. Und dann war ich komplett on fire."

Die erste Reaktion war Skepsis, verständlicherweise. Aber der Geschmack hat überzeugt, ohne spürbaren Unterschied zur frisch gebackenen Version. Über Kontakte kam die erste Lieferung an den Lebensmitteleinzelhandel zustande, am 16. Februar 2021, ausgeliefert in Styroporboxen, persönlich, direkt in eine Edeka-Filiale in Leverkusen. Von da an ging es Schlag auf Schlag.

Der Weg zur echten Produktion

9 Monate, 15.000 Euro und ein Sterne-Koch mitten auf der Messe

Gabriel, Gründer von pizza1.de (Platzhalterbild, wird ausgetauscht)

Wer an den Lebensmitteleinzelhandel liefern will, kommt an einer IFS-Zertifizierung nicht vorbei, einem internationalen Food-Standard, der vor allem eines sicherstellt: lückenlose Rückverfolgbarkeit der kompletten Lieferkette. Robert wusste zu Beginn nicht einmal, was IFS überhaupt bedeutet. Am Ende hat die Zertifizierung neun Monate und 15.000 Euro gekostet, dazu Hygieneschulungen für das gesamte Personal und jede Menge Papierkram, der Jahr für Jahr eher mehr wird als weniger.

Wie Tim Raue zum Ambassador wurde

Der eigentliche Durchbruch im Gastronomie- und Foodservice-Bereich kam über die Messe Internorga, direkt am Stand von Metro. Robert lief mit Mikrofon und Kamera dort herum, um Reaktionen auf seine Tiefkühlpizza einzufangen, als plötzlich Tim Raue vorbeikam.

"Ich habe gesagt: hier, Tiefkühlpizza, musst du probieren. Er so: so ein Scheiß esse ich nicht. Doch, die schon, und danach entschuldigst du dich bei mir."

Tim Raue hat probiert, war überrascht, dass es sich überhaupt um ein TK-Produkt handelte, und hat am nächsten Tag selbst Pizza am Stand verteilt. Kurz darauf stand eine ganze Delegation von Metro am Stand, am nächsten Morgen um 9 Uhr klingelte bereits der nationale Einkauf durch. Aus einer regionalen Anfrage wurde eine nationale Listung, nach Aussage von Metro selbst die schnellste in der Firmengeschichte. Heute ist Tim Raue Ambassador der Marke und wird für sein neues Business ebenfalls mit Roberto-die-Frosti-Pizzen beliefert.

Das Produkt

Warum Tiefkühlpizza an sich kein Qualitätsproblem ist

Robert Germer und Gabriel gemeinsam in der Produktion (Platzhalterbild, wird ausgetauscht)

Roberto-die-Frosti-Pizzen kommen ohne klassischen Faltkarton aus, verpackt in transparenter Vakuumfolie. Historisch gewachsen, wie Robert selbst zugibt: Im Restaurant gab es nur die Vakuumbeutel für die eigene Convenience, ein richtiger Pizzakarton mit Schrumpffolie hätte eine Investition bedeutet, die zu dem Zeitpunkt schlicht nicht drin war. Aus der Not wurde ein Verkaufsargument, denn what you see is what you get: Kunden sehen genau die Pizza, die am Ende auch im Ofen landet, keine geschönte Verpackungsgrafik dazwischen.

Beim Thema Tiefkühlkost hält sich hartnäckig ein schlechtes Image, meist noch aus einer Zeit, in der Tiefkühlware gleichbedeutend mit günstigen Zusatzstoffen war. Dabei ist Schockfrosten eine der natürlichsten Konservierungsmethoden überhaupt, die Qualität hängt einzig davon ab, was eingefroren wird. Deshalb auch der selbstbewusste Claim der Marke: Alles andere ist TK- Pizza.

Zwei Zielgruppen, ein Produkt

Im Einzelhandel läuft die Base zum Selbstbelegen besonders gut, günstiger Einstieg, volle Kontrolle über den Belag. Im Foodservice sind es vor allem Betriebe abseits klassischer Pizzerien, Schwimmbäder, Bowling-Center, Tankstellen, Freizeitgastronomie, die sonst nur auf Convenience wie Chicken Nuggets oder Pommes setzen und mit einer guten Tiefkühlpizza ihr Angebot aufwerten.

Was sich am meisten verkauft

Im Handel bleiben Margherita und Salami die Dauerbrenner, die Base zum Selbstbelegen dient dabei oft als Einstiegsprodukt. Roberts persönlicher Favorit ist die Spicy Diabola mit Hot Honey, einer Kombination, die er selbst als kalorische Katastrophe bezeichnet und trotzdem regelmäßig isst. In der Gastronomie zahlt sich vor allem der Zeitgewinn aus: kein eigenes Teigmachen, keine Lagerhaltung, ein Durchlaufofen genügt, um aus der Pizzeria von nebenan keine Konkurrenz mehr zu machen, sondern eine echte Ergänzung im Convenience-Bereich.

Häufige Fragen

Alles zu Roberto die Frosti

Robert Germer, ein ehemaliger Agenturinhaber ohne Gastronomie-Hintergrund, der 2017 ein italienisches Restaurant in Köln eröffnet hat. Aus der Not der Corona-Lockdowns heraus entstand die Idee, Restaurant-Pizzen einzufrieren und über den Einzelhandel zu verkaufen, daraus wurde die eigenständige Marke Roberto die Frosti.
IFS ist ein internationaler Food-Standard, der die lückenlose Rückverfolgbarkeit der gesamten Lieferkette sicherstellt, inklusive geschultem Personal. Ohne diese Zertifizierung ist eine Listung im Lebensmitteleinzelhandel praktisch nicht möglich. Bei Roberto die Frosti hat der Prozess neun Monate und 15.000 Euro gekostet.
Das Image stammt größtenteils aus einer Zeit, in der Tiefkühlware häufig mit günstigen Zusatzstoffen assoziiert wurde. Schockfrosten selbst ist dabei eine der natürlichsten Konservierungsmethoden, die Qualität hängt allein von den verwendeten Rohstoffen ab, nicht vom Umstand des Einfrierens.
Die transparente Vakuumverpackung stammt ursprünglich aus der Restaurant-Zeit, in der nur ein Kammervakuumierer für die eigene Convenience vorhanden war. Heute ist daraus ein bewusstes Verkaufsargument geworden: Kunden sehen exakt die Pizza, die sie später backen, ohne geschönte Verpackungsgrafik.
Auf der Messe Internorga, direkt am Stand von Metro, hat Robert ihn spontan angesprochen und zur Probe überredet. Tim Raue war überrascht von der Qualität, hat am Folgetag selbst Pizza am Stand verteilt und ist mittlerweile Ambassador der Marke.
Vor allem für Betriebe abseits klassischer Pizzerien, etwa Schwimmbäder, Bowling-Center, Tankstellen oder Freizeitgastronomie, die sonst nur auf Convenience-Produkte wie Chicken Nuggets oder Pommes setzen und ihr Angebot mit einer hochwertigeren Option ergänzen wollen.
Im Einzelhandel führen Margherita und Salami, dazu die Base zum Selbstbelegen als beliebtes Einstiegsprodukt. Roberts persönlicher Favorit ist die Spicy Diabola mit Hot Honey.

Dieses Gespräch von Slice Talk hörst du auch als Audio-Podcast, mit Robert Germer alias Roberto die Frosti. Gabriel, Gründer von pizza1.de, spricht mit ihm über Rückschläge, Umdenken und den Mut, einfach loszulegen.

Slice Talk kannst du jederzeit auf diesen Plattformen hören

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