Zahlreiche Pizza-Liebhaber sind der Meinung, dass eine wirklich hervorragende Pizza ausschließlich in einem professionellen Pizzaofen zubereitet werden kann.
Bei Temperaturen von etwa 450 Grad wird eine Neapolitanische Pizza dort in lediglich 60 bis 90 Sekunden gebacken. Der Rand hebt sich, erhält die charakteristischen dunklen Flecken und bleibt im Inneren wunderbar luftig.
Ein herkömmlicher Haushaltsbackofen kann diese Temperaturen natürlich nicht erreichen. Die meisten Geräte schaffen höchstens 250 bis 300 Grad.
Die positive Nachricht ist jedoch: Mit der richtigen Technik und ein paar einfachen Tricks kannst du auch im Haushaltsbackofen Pizza backen, die erstaunlich nah an einer echten Neapolitanischen Pizza sind.
In diesem Beitrag zeigen wir dir Schritt für Schritt:
- wie du den Ofen optimal vorbereitest
- welche Backmethode im Haushaltsbackofen am effektivsten ist
- welche kleinen Tricks den größten Unterschied ausmachen
Wenn du dir den gesamten Prozess einmal in der Praxis ansehen möchtest, findest du hier das komplette Video dazu.
Dort zeigen wir dir den gesamten Ablauf Schritt für Schritt.
Welches ist das bedeutendste Hilfsmittel im Haushaltsbackofen?
Der auffälligste Unterschied zwischen einem Pizzaofen und einem herkömmlichen Backofen ist die Hitze, die von unten kommt.
Ein Pizzaofen nutzt gleichzeitig extrem viel Hitze von oben und von unten. Im Gegensatz dazu hat ein Haushaltsbackofen in der Regel deutlich weniger Leistung. Genau aus diesem Grund ist ein Pizza Backstahl sinnvoll.
Hier findest du den passenden Pizza-Backstahl
Ein Backstahl speichert eine große Menge an Wärme und gibt diese beim Backen direkt an den Pizzateig ab. Dadurch erhält der Boden erheblich mehr Temperatur und kann optimal ausbacken.
Das Resultat ist ein Boden der besser aufgeht, mehr Röstaromen entfaltet und deutlich näher an eine authentische Pizza aus dem Pizzaofen herankommt.
Alternativ kann auch ein Pizzastein verwendet werden. Im Notfall tut es sogar ein umgedrehtes Backblech.
Der Pizza-Backstahl liefert in der Regel die besten Ergebnisse.
Wie bereite ich den Ofen richtig vor?
Damit der Pizza-Backstahl seine Wirkung entfalten kann, muss der Ofen richtig vorbereitet werden.
Die wichtigsten Punkte:
- Ober-und Unterhitze auf maximale Temperatur stellen
- Den Pizza-Backstahl im oberen Drittel des Ofens platzieren
- Den Ofen mindestens 20 Minuten vorheizen
Der Backstahl muss richtig durchheizen, damit er später genug Hitze für den Teig hat.
Der richtige Teig ist die Grundlage für gute Pizza
Natürlich spielt auch der Teig eine wichtige Rolle. Dazu findest du hier einige passende Rezepte.
Wenn du schnell starten möchtest, kannst du dafür auch unsere fertigen Tiefkühl-Teiglinge ausprobieren.
Die Teiglinge sind bereits perfekt fermentiert und lassen sich direkt zu einer klassischen neapolitanischen Pizza formen.
Wie forme ich den Teig richtig?
Der Teigling wird zuerst in etwas Semola oder Mehl gewendet, damit nichts klebt.
Danach formst du ihn wieder leicht rund und drückst die Luft vorsichtig und gleichmäßig von innen nach außen.
Wichtig ist dabei, dass der Rand dabei unangetastet bleibt. Er sollte etwa daumendick stehen bleiben, damit er später im Ofen schön aufgeht.
Anschließend kannst du den Teig über den Handrücken rotieren lassen.
Die Schwerkraft hilft dabei, den Teig gleichmäßig zu dehnen.
Beim Backen gibt es zwei Methoden, die wir dir beide zeigen.
Methode 1- Das Zwei Phasen Backen
Die Methode funktioniert im Haushaltsbackofen besonders gut.
Der Trick besteht darin, die Pizza zunächst nur mit Tomatensoße vor zu backen.
Bitte achte hier darauf, dass du etwas mehr Pizzasoße verwendest als bei einem Pizza-Ofen, damit durch die längere Backzeit, dein Pizza-Teig nicht zu trocken wird.
Dadurch bekommt der Teig Stabilität und die Pizza lässt sich später leichter fertig backen.
Schritt 1 – Vorbacken
Die Pizza wird zunächst nur mit Tomatensoße auf den heißen Backstahl geschoben.
Backzeit: etwa 3 Minuten
Der Teig beginnt jetzt aufzugehen und bekommt erste Struktur.
Schritt 2 – Belegen und fertig backen
Nach dem Vorbacken kommen die restlichen Zutaten auf die Pizza
zum Beispiel: Fior di Latte Mozzarella, Basilikum und Parmesan
Ein kleiner Trick für mehr Röstaromen:
Benetze den Rand leicht mit Olivenöl.
Danach wandert die Pizza zurück in den Ofen.
Jetzt kannst du zusätzlich die Grillfunktion in deinem Backofen aktivieren.
Die Grillstäbe sorgen für mehr Hitze von Oben und bringen zusätzliche Bräune auf den Rand.
Backzeit: etwa 1 Minute
Methode 2 – Alles direkt backen
Die zweite Möglichkeit ist, die Pizza direkt komplett zu belegen und in einem Durchgang zu backen.
Dabei kommen Tomatensoße, Käse und Toppings sofort auf den Teig.
Backzeit: etwa 4 Minuten
Danach kann ebenfalls kurz die Grillfunktion genutzt werden, um mehr Bräune zu erzeugen.
Beide Varianten funktionieren im Haushaltsbackofen.
Es gibt jedoch einen Unterschied.
Beim direkten Backen verschmilzt der Käse oft stärker zusammen und bildet eine geschlossene Fläche.
Bei der zwei Phasen Methode bleibt die Mozzarella meist besser in Form.
Dadurch wirkt die Pizza optisch näher an einer echten Neapolitanischen Pizza aus dem Pizzaofen.
Was im Haushaltsbackofen nicht möglich ist
Ein Punkt lässt sich jedoch nicht komplett kopieren.
Die typischen dunklen Leopardenflecken am Rand entstehen nur bei extrem hohen Temperaturen von rund 450 Grad.
Diese Hitze erreicht ein Haushaltsbackofen einfach nicht.
Trotzdem kann das Ergebnis überraschend nah an eine echte Pizza herankommen.
Abschließend lässt sich sagen
Auch ohne Pizzaofen kannst du zu Hause fantastische Pizza backen.
Mit einem Pizza-Backstahl, der richtigen Vorbereitung und der Zwei-Phasen-Methode holst du aus deinem Haushaltsbackofen das Maximum heraus.
Das Ergebnis wird zwar nie zu hundert Prozent identisch mit einer Pizza aus dem 450 Grad heißen Profi-Ofen sein.
Aber es kommt erstaunlich nah heran und schmeckt garantiert besser als jede Tiefkühlpizza.
Wenn du das Ganze noch einfacher machen möchtest, kannst du dafür auch direkt die fertigen Tiefkühl-Teiglinge verwenden und sofort mit dem Backen starten.
So gelingt dir auch im Haushaltsbackofen eine richtig gute Homemade Pizza.
Du willst noch tiefer ins Thema Pizza einsteigen? Dann hör in unseren Podcast „Slice Talk“ rein. Dort teilt Gabriel, Gründer von pizza1.de, praktische Tipps rund um Teig, Mehl, Toppings und typische Anfängerfehler – perfekt für alle, die ihre Homemade-Pizza aufs nächste Level bringen möchten. Jetzt reinhören!

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